TSV knapp geschlagen – Strafzeitenfestival ohne Happy End

Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele – was im Eishockey eine oft zitierte Weisheit ist, wurde nun auch den Mindelheimer Handballern zum Verhängnis. Trotz einer äußerst schwierigen Vorbereitungsphase und der Ausfälle von Rückraumspieler Andreas Gaum und Kreisläufer Dominik Schneider konnten die Frundsbergstädter die Partie beim Meisterschaftsfavoriten aus Herrsching bis kurz vor Schluß offen halten. Doch nach sage und schreibe elf Zwei-Minuten-Strafen und zwei roten Karten (39. /Moser, 47./ Weikmann) ließ die Kraft kurz vor Abpfiff nach. Am Ende gewannen die Gastgeber mühevoll mit 35:32 (20:18).

Vom Anpfiff weg boten beide Teams eine temporeiche und konzentrierte Leistung, weshalb sich keiner der beiden Kontrahenten entscheidend absetzen konnte. Während Herrsching immer wieder über schnell vorgetragene Spielzüge zum Torerfolg kam, besinnte sich der TSV auf eine solide Offensivarbeit. Mit Erfolg – eine Überzahlsituation nutzte die Schielle-Truppe abgezockt aus und ging in der 15. Spielminute durch drei schnelle Treffer mit 9:12 in Führung. Doch auch die Gastgeber wussten in eigener Überzahl zu überzeugen und kamen beim zwischenzeitlichen 16:16 (24.) erneut zum nicht unverdienten Ausgleich. Mindelheim ließ nicht nach und bot dem Favoriten vom Ammersee weiterhin Paroli. Hektisch wurde es dann kurz vor dem Halbzeitpfiff, als binnen einer Zeigerumdrehung drei Mindelheimer Akteure von den Unparteiischen mit Zeitstrafen belegt wurden. Herrsching ließ sich nicht zweimal bitten und erhöhte zur Halbzeitpause auf 20:18 (30.).

Der Pausentee war noch nicht vollends ausgetrunken, da hagelte es bereits die nächsten beiden Strafzeiten für den TSV. Trotz einer dreifachen Unterzahlsituation stemmten sich die Unterallgäuer erfolgreich gegen eine drohende Niederlage und ließen in dieser äußerst brenzlichen Phase nur zwei Gegentreffer zu (36./24:20). Ausgerechnet als Mindelheim die Möglichkeit hatte, wieder zurück ins Spiel zu kommen, flog Rückraumspieler Maximilian Moser nach seiner dritten Zeitstrafe mit der Roten Karte (39.) vom Feld. Beim 27:21-Zwischenstand schien die Partie gelaufen. Doch der Underdog bewies wiederum Moral und kämpfte sich beim zwischenzeitlichen 28:26 (46.) zurück ins Spiel. Auch eine weitere Rote Karte gegen Kreisläufer Alexander Weikmann (47.) konnte den nach wie vor tapfer aufspielenden TSV nicht stoppen. In der 54. Spielminute hatte Mindelheim die große Chance zum Ausgleich. Leider verfehlte der Wurf von Rückraumspieler Johannes Heimpel nur knapp das Ziel und landete am Pfosten. Bis zum Schlußpfiff warfen die Schützlinge von Trainer Christian Schielle nochmals alles in die Waagschale, doch Zählbares sprang nicht mehr heraus. Am Ende gewannen die Gastgeber nach hartem Kampf nur knapp mit 35:32. Trainer Christian Schielle war nach der Partie zwar enttäuscht, aber nicht unbedingt unzufrieden mit der gebotenen Leistung seines Teams. „Natürlich hätte uns zum Saisonstart ein Punktgewinn gegen ein Top-Team gut getan. Im Endeffekt haben uns die vielen Zeitstrafen das Genick gebrochen“, so der Mindelheimer Übungsleiter. Nachdem die Partie am kommenden Sonntag gegen den TV Memmingen verschoben wurde, besteht für den TSV erst in zwei Wochen wieder die Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Gegner in eigener Halle ist dann kein geringerer als der TSV Weilheim – ein weiterer Favorit auf die Meisterschaft.

 

So spielte der TSV:

Vogt, Klein (Tor); Gaum F., Wurm (6/1), Maier, Heimpel (11/4), Hörmann (3), Moser (1), Weikmann (1), Krausko M. (6), Karlstetter M. (4), Dreher.

 

Strafen:

TSV MN 2x Gelb + 11x 2-Min.-Zeistrafen + 2x Rot (39. /Moser, 47. /Weikmann)

TSV Herrsching 3x Gelb + 5x 2-Min.-Zeitstrafen

 

Schiedsrichter:

Merkle (HSG Dietmannsried/Altusried) – Walter (TV Memmingen)

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