Mindelheimer Zeitung v. 05.01.2015: Südtirol triumphiert

Beim 33. Dreikönigsturnier des TSV Mindelheim führen die Damen des ASC Schenna eine Serie fort, während die Herren des SSV Naturns erstmals den Turniersieg feiern. Von Axel Schmidt

Die rechte Schulter seines Torhüters war der Garant für den Turniersieg des SSV Naturns. Im Finale des 33. Internationalen Dreikönigsturniers wehrte der Naturns-Keeper in der Schlusssekunde den Versuch des Mindelheimers Florian Gaum ab. Es wäre der Ausgleich zum 10:10 gewesen. So aber feierten die Gäste aus Südtirol ihren ersten Turniersieg bei diesem traditionsreichen Handballevent in Mindelheim. Bei den Frauen setzte sich einmal mehr der ASC Schenna aus Südtirol gegen den TSV Ottobeuren durch.

„Wir wollen endlich einmal gegen Schenna gewinnen“, sagte die Mindelheimerin Kathrin Korda, die seit Jahren das Tor des TSV Ottobeuren hütet, vor dem Finale in der Frauenkonkurrenz. Zum dritten Mal in Serie standen sich der ASC Schenna und der TSV Ottobeuren nun im Finale des Dreikönigsturniers schon gegenüber – und zum dritten Mal sollten die Südtirolerinnen auch das bessere Ende für sich haben. „Wir haben zu viele Chancen verballert“, sagte Trainerin Juliane Dittmann nach der knappen 8:10-Niederlage. Auch für sie war es als gebürtige Mindelheimerin ein Heimspiel. Allerdings eines mit unglücklichem Ausgang. „Wir waren ganz nah dran“, sagte sie. In der Tat hielten die Ottobeurerinnen gut mit, führten bis zum 7:6 immer mit einem Tor Vorsprung. Doch dann legte Schenna einen Zwischenspurt ein, führte plötzlich mit 9:7 und entschied die Partie schließlich durch einen Siebenmeter wenige Sekunden vor Schluss mit dem 10:8.

Der TSV Mindelheim musste sich bei den Frauen im Spiel um Platz fünf im Siebenmeterwerfen geschlagen geben. Gegen den SC Frauenfeld hieß es am Ende 13:14. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Abschneiden meiner Mannschaft. Immerhin hat uns der komplette Rückraum gefehlt“, sagte Spielertrainerin Stefanie Lewe. Mit Anna Hüttmann, Bernadette Deigendesch und Lewe selbst seien drei Spielerinnen angeschlagen gewesen. „Dafür haben es die anderen richtig gut gemacht“, sagte Lewe. Nach den Gruppenspielen reichte es nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nicht für das Halbfinale.

Spannend war auch das Finale bei den Männern. Hier standen sich Gastgeber TSV Mindelheim und der Südtiroler Klub SSV Naturns gegenüber. „Mit dem Finaleinzug habe ich schon gerechnet“, sagte TSV-Trainer Thomas Brutscher vor dem Spiel. „Die Jungs haben es geschafft, ihre Leistung abzurufen und trotzdem Spaß zu haben“, sagte er. Trotz allen Spaßes wollte er am Ende jedoch mehr: „Wenn ich im Finale stehe, will ich auch gewinnen.“ Danach sah es zunächst auch aus: Nach den ersten zwölf Minuten stand es 4:4-Unentschieden. Doch nach der kurzen Pause zogen die Gäste aus Südtirol zunächst auf 7:4 davon. Der TSV Mindelheim kam jedoch – auch dank Torwart Oliver Klein, der zwei Siebenmeter parierte – zurück und glich zum 7:7 aus. Der Knackpunkt war dann jedoch der Gegentreffer zum 7:8 – in einer Phase, in der der TSV sogar in Überzahl spielte. In den letzten 30 Sekunden versuchte der TSV beim Stand von 9:10 noch einmal alles, scheiterte jedoch nacheinander am Lattenkreuz, am Außenpfosten und schließlich an der rechten Torwartschulter.

Die Enttäuschung über die Finalniederlage hielt sich jedoch in Grenzen, immerhin war das Turnier an sich wieder ein voller Erfolg: Den Zuschauern wurde toller Sport geboten, gespickt mit dem einen oder anderen sehenswerten Trick. Hier zeichneten sich vor allem die Spieler des ASC Algund (Südtirol) aus, die im Spiel um Platz drei gegen die SpVgg Altenerding vor Spielfreude nur so sprühten und am Ende mit 14:9 gewannen. Dem Gegner aus Altenerding blieb dagegen ein anderer Rekord: Er stellte den wohl ältesten Torschützen der Turniergeschichte: Werner Lauer, vor vielen Jahren selbst Trainer beim TSV Mindelheim und nun Coach der SpVgg Altenerding, wechselte sich im Spiel um Platz drei gegen den ASC Algund fünf Minuten vor dem Ende selbst ein – und erzielte in der Schlusssekunde im zarten Alter von 64 Jahren tatsächlich noch das Tor zum 9:14-Endstand.

 

Quelle Bild/Text: Mindelheimer Zeitung v. 05.01.2015 (www.mindelheimer-zeitung.de)

 

 

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