Mindelheimer Zeitung: Mit zwei Rückkehrern in die Saison

Nach Trainer Thomas Burtscher kehrt nun auch Christian Stumpf nach Mindelheim zurück. Vieles spricht dafür, dass in dieser Saison mehr drin ist.

Alle Wege führen zurück nach Mindelheim – dieses Sprichwort scheint besonders auf die Handballmannschaft des TSV Mindelheim zuzutreffen. Nach Trainer Thomas Burtscher kehrte nun auch Christian Stumpf (25) zu dem Verein zurück, bei dem seine Handball-Laufbahn begonnen hatte.

Stumpf trat in den vergangenen sechs Jahren mit dem TSV Ottobeuren in der Bayernliga an. Inzwischen ist er mit dem Studium fertig, dem angehenden Wirtschaftsingenieur ist der Zeitaufwand für die Bayernliga nun zuviel. „Hier habe ich einmal weniger Training und da ich in Mindelheim wohne, ist die Fahrzeit auch kürzer“, sagt er, „außerdem war es eigentlich immer mein langfristiger Plan, nach dem Studium zurück nach Mindelheim zu kommen.“

Stumpf durchlief alle Jungendmannschaften in Mindelheim und wechselte dann als 19-Jähriger zum TSV Ottobeuren. Er habe etwa ein Jahr Anlaufzeit gebraucht, um in die zwei Ligen höher spielende Mannschaft hineinzuwachsen, meint er rückblickend. Doch dann hörte einer der Leistungsträger auf und Stumpf konnte dessen Platz in der Mannschaft einnehmen. „Ab dem zweiten Jahr habe ich dann sehr viel Spielzeit bekommen“, sagt er. Die Zeit in Ottobeuren beschreibt der Rückraum-Spieler als sechs sehr schöne Jahre, besonders die familiäre Atmosphäre habe er immer geschätzt.

Auch bei seinem ersten Verein, dem TSV Mindelheim hat sich währenddessen so manches verändert: Thomas Burtscher kehrte in der vergangenen Saison ebenfalls nach Mindelheim zurück und übernahm nach fünf Jahren beim Bezirksoberligisten TV Memmingen zunächst die A-Junioren des TSV. Die erste Herrenmannschaft, die Burtscher nun trainiert, hat sich seit sechs Jahren in ihrer Zusammensetzung kaum verändert. Burtscher und Stumpf wollen nun ihre Erfahrungen aus höherklassig spielenden Mannschaften miteinbringen: „Ich möchte ihnen einfach den Handball, den ich kennengelernt habe, mitgeben“, sagt Burtscher. Auch Stumpf wird hierzu seinen Beitrag leisten können, davon ist der Trainer überzeugt: „Er bringt natürlich eine wahnsinnige Erfahrung mit. Das steigert nicht nur das Vertrauen, sondern auch den Spielspaß in der ganzen Mannschaft. Damit kann man viel erreichen“, sagt Burtscher, „außerdem ist mit ihm die Motivation noch einmal eine ganz andere.“

Die Rückkehr nach Mindelheim sieht Stumpf selbst nicht als einen Rückschritt: „Wir sind ja alle keine Profis, egal ob in Ottobeuren oder in Mindelheim, wir machen das ja für den Spaß und um mit Freunden zusammen zu sein.“ Längerfristig sieht er sich auch als Spieler, der in der Mannschaft irgendwann eine Führungsrolle übernehmen könnte.

Neben Neuzugang Stumpf stößt nun mit Christian Halbig erstmals ein Konditions- und Fitnesstrainer zum Team. Die Vorbereitung hat Trainer Burtscher auf drei Monate verlängert – mit Erfolg: „Wir haben große Schritte nach vorne gemacht“, sagt er. Das Hauptaugenmerk lag in der Vorbereitung auf der Abwehr, die bisherige Schwachstelle der Mindelheimer. Als neue Abwehrformation hat Burtscher ein 5 zu 1 eingeführt, mit einer zusätzlichen 6 zu 0-Deckung soll der TSV variantenreicher werden. Gerade auch im Angriff soll Mindelheim, nach Wunsch des Trainers, schnellen, modernen und attraktiven Handball spielen.

Nach drei Vorbereitungsspielen fällt auch Christian Stumpfs Fazit optimistisch aus: „Wir haben auch gegen den Landesligisten Memmingen gut mitgehalten, da war auf jeden Fall eine Steigerung da“, sagt er. Am kommenden Sonntag trifft Mindelheim zuhause auf den TSV Gilching. Trainer Burtscher will sich überraschen lassen: „Ich will keinen Druck ausüben, sondern erst mal die Mannschaft aufbauen, dann schauen wir, was passiert“, sagt er. Dennoch: Burtscher hofft, den sechsten Platz aus der vergangenen Saison noch verbessern zu können: „Unter die ersten vier zu kommen, das wäre schön.“

Auch die Mannschaft um Christian Sturm fiebert dem Saisonauftakt am Wochenende entgegen. „Wir sind alle sehr motiviert und freuen uns, dass es endlich wieder los geht“, sagt Stumpf. Für ihn persönlich hat das erste Spiel zurück in Mindelheim eine ganz besondere Bedeutung: „Ich habe mir auch in den vergangenen Jahren immer die Mindelheimer Spiele angeschaut. Jetzt freue ich mich, dass ich nicht mehr zuschauen muss, sonder wieder mitspielen kann.“

 

(Quelle: Mindelheimer Zeitung v. 26.09.2014 / Julia Buchmaier)

(Bildquelle: Mindelheimer Zeitung v. 26.09.2014 / Julia Buchmaier)

 

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