Handballkrimi mit Happy-En

Es war nichts für schwache Nerven, als am Samstagabend die Mindelheimer Handballer ihr erstes Spiel in der neuen Saison absolvierten. Man musste bis zur letzten Sekunde den Atem anhalten, um den 32:31-Siegtreffer gegen den TSV Weilheim bewundern zu können.

In den ersten zehn Minuten der ersten Spielhälfte tasteten sich beide Mannschaften ab und es konnte sich kein Team durchsetzen, was sich auch im Zwischenstand von 6:6 nach zwölf Minuten widerspiegelte. Im weiteren Verlauf kamen die Mindelheimer besser ins Spiel und profitierten von einigen Fehlern des Gegners und zogen auf einen Zwischenstand von 12:8 davon. Beide Teams versuchten das Tempo hoch zu halten, und bei den Frundsbergstädtern schlichen sich ebenenfalls einige Unkonzentriertheiten ein, die wiederum die Gäste zu nutzen wussten. Nach einer kämpferischen ersten Hälfte gingen beide Mannschaften mit einem leistungsgerechten 17:17- Unentschieden in die Kabinen.
In der zweiten Halbzeit wurde weiterhin sehr schnell gespielt und beide Kontrahenten mussten hierfür Tribut zollen. Technische Fehler und Fehlwürfe prägten auf beiden Seiten das Spiel. Zehn Minuten vor Spielende beim Stand von 27:27 hatte sich immer noch keine Mannschaft abgesetzt. Doch nun begann eine schwere Phase für die Hausherren, denn der Gast aus Weilheimer bekam Oberwasser und erhöhte auf 27:29. Das Heimteam lies nicht locker und gab das Spiel noch nicht verloren. Die Mindelheimer hielten den Zwei-Tore Rückstand bis zur 57. Minute und eine Parade vom sehr gut aufgelegten Torhüter Stefan Gebauer ermöglichte es, beim 30:30 knapp zwei Minuten vor Schluss den Rückstand zu egalisieren. Obwohl man wegen einer Zeitstrafe um einen Mann dezimiert war, erkämpfte sich die schnellbeinige Verteidigung bei 35 noch zu spielenden Sekunden den Ball noch einmal. Trainer Thomas Burtscher nahm sofort eine taktische Auszeit um der Mannschaft zu sagen, dass sie den Ball in den eigenen Reihen halten solle, um wenigstens einen Punkt zu sichern. Die Spannung war nicht mehr zu überbieten, denn durch einen ungenauen Pass war der Ball frei für den gegnerischen Spieler, der ihn nur um haaresbreite verpasste. Philipp Gessner schaltete am schnellsten, sicherte sich das runde Leder und wurde beim versuchten Torwurf vom Weilheimer Gegenspieler umgerissen, was eine Zeitstrafe und die Herstellung der Gleichzahl bedeutete. Spielstand 31:31, Freiwurf für die Mindelheimer und noch sieben Sekunden Spielzeit. Was folgte, war der Höhepunkt eines spannungsgeladenen Handballabends. Nach Zuspiel von Christian Stumpf war es Johannes Heimpel, der per Kempa-Trick den Ball zum viel umjubelten Siegtreffer in den linken Torwinkel warf. Diese Co-Produktion der beiden „Youngster“ bescherte dem TSV die ersten beiden Punkte auf der Haben-Seite ihres Punktekontos.
Es war zwar auf Grund der hohen Anzahl an technischen Fehlern kein Spiel auf höchstem Bezirksoberliga-Niveau, allerdings haben die Mindelheimer den Kampf angenommen und gezeigt, dass sie auch in dieser Klasse bestehen können. Insgesamt ist die Mannschaft auf jeden Fall noch steigerungsfähig, da nicht alle Spieler an ihre Leitungsgrenze gehen und ihr Potential ausschöpfen konnten.

*TSV Mindelheim:* Hofmann (Tor), Gebauer (Tor); Hörmann, Weber (3), Weikmann, Gessner, Dreher (1) Karlstetter M., Heimpel (7), Karlstetter R., Gaum, Hills (4/2), Göth-Ruiu (4), Stumpf (13/4)
*Zeitstrafen:* Mindelheim 4, Weilheim 5

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