Erste Halbzeit verhindert Bezirksoberligameisterschaft – A-Jugend verliert 19:24 gegen Herrsching

Die Mindelheimer Dreifachturnhalle bot einen eindrucksvollen Anblick. 200 Zuschauer freuten sich auf eine spannende Partie um die Meisterschaft in der Bezirksoberliga der A-Junioren. Mindelheim empfing den TSV Herrsching.

Der Adrenalinspiegel muss bei den Mindelheimer Jugendhandballern sehr groß gewesen sein, denn vor so viel Publikum spielen sie nicht alle Tage und es ging um den Meistertitel. Vielleicht war es die Nervosität, die für die Leistung in der ersten Halbzeit verantwortlich war. Die ganze Saison über zeigte sich die Offensive des TSV sehr stark. In den dreizehn Spielen bisher hatten sie eine durchschnittliche Quote von 30 Toren pro Spiel. Doch am entscheidenden Tag hatte man das Gefühl, dass sich alle nicht gemachten Fehler der Saison nun vereinigten. Nach einem 1:0-Auftakt erzielten die Unterallgäuer fast 18 Minuten lang kein Tor. Ohne Schwung und mit unzähligen leichten Fehlern, wie dem Gegner den Ball direkt in die Arme spielen, luden sie den Gast Herrsching regelrecht zum Sieg ein. Es war kein zielstrebiger Torabschluss zu sehen, die unkonzentrierten Würfe wurden fast komplett vom gut aufgelegten Herrschinger Torhüter vereitelt. Vor allem auch der Rückraum zeigte ungewohnte Schwäche, denn keiner übernahm einmal die Verantwortung und warf einmal. Stattdessen wollten sie den Ball zu oft an den Kreis oder Nebenmann abgeben. Die Abwehrarbeit hingegen war gut, denn zehn Tore zu kassieren ist völlig akzeptabel. Nach dem 4:10 nach den ersten 30 Minuten also hatten sie in Durchgang zwei einiges aufzuholen. Das zahlreiche Publikum, bei dem auch viele mitgereiste Herrschinger Fans dabei waren, sorgte in der Halle für eine sehr gute Stimmung. Beide Teams wurden tatkräftigt unterstützt. Mindelheims Spiel wurde nun schneller und sie kamen teils sogar zu recht einfachen Toren. Sie zeigten ein um das andere Mal, warum sie in diesem Finale standen. Doch sie standen sich letztendlich selber im Weg. Denn allein die Zahl der verwandelten Siebenmeter spricht für sich. Nur sechs von 13 berechtigten Strafwürfen verwandelten sie. In der zweiten Hälfte waren sie die bessere Mannschaft, denn rechnet man diese allein, so haben die Jungen von Markus Gaum mit 15:14 gewonnen. Er resümierte: „Am heutigen Tag haben wir einfach alle unnötigen Fehler gemacht, die man machen kann“ Dazu kam dann auch, dass nach einem Pfostenwurf der Ball oft wieder in des Gegners Händen landete. „Herrsching hatte heute auch einfach noch das Bisschen mehr Glück.“, so Markus Gaum. Hart umkämpft war die Partie nach einer deutlichen Führung für Herrsching dennoch, denn allein in der zweiten Hälfte wurden 13 Zwei-Minuten Strafen vergeben. Den Rückstand vom Beginn des Spiels konnte die Heimmannschaft nicht mehr wettmachen und so gewann Herrsching mit 19:24. „Da spielt man das ganze Jahr eine super Saison und dann ist an einem Tag alles vorbei“, so Marius Wurm nach dem Spiel, bei dem wie bei dem Rest des Teams die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben war.

*Es spielten:* Klein, Gaum, Spies, M.Schuster, R.Schuster, Nitsche, Wurm, Rinderer, Singer, Dempf, Mutzel, Ruf, Maier

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