Eine bunte Mischung

Ziemlich laut tönt es einem aus der Sporthalle des Maristenkollegs entgegen. Kein Wunder, bis zu 25 Kinder und Jugendliche schwitzen und spielen hier gerade gemeinsam. Und nicht nur die große Anzahl der Trainierenden ist ungewöhnlich, es ist auch eine bunte Mischung. Erstmals trainieren (fast) alle Mindelheimer Jungendteams gemeinsam. So stehen unter anderem Hanna, Johannes und Julius gemeinsam auf der Platte. Hanna ist Torhüterin bei der weiblichen B-Jugend, während Johannes in der männlichen B-Jugend auf Torjagd geht. Julius, der Jüngste in der Ferientrainingsgruppe ist wiederum acht Jahre jünger als Johannes. Was auf den ersten Blick als beinahe unvereinbar aussieht, hat im Endeffekt sowohl allen großen Spaß gemacht, als auch alle Handballer körperlich und spielerisch voll gefordert.

Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Konzept hatte der Trainer der männlichen B-Jugend, Florian Gaum. „Wir dachten uns, bevor jeder Trainer auf Grund der Urlaubszeit nur mit fünf oder sechs Spielern dasteht, macht es eher Sinn, zwei zentrale Trainingseinheiten pro Woche anzubieten und mit allen gemeinsam zu trainieren.“

Natürlich benötigt so ein Training eine gute Planung. Ebenso eine gute Trainingsbetreuung. Drei bis fünf Trainer waren pro Trainingseinheit gemeinsam in der Halle. „Eigentlich wollten wir Übungsleiter uns auch gegenseitig entlasten“, lacht Florian Gaum. „Aber wir hatten alle so viel Spaß an der Sache, dass jeder, der Zeit hatte auch anwesend war.“  Gemeinsam wurde ein Konzept erstellt, das einen problemlosen Trainingsablauf sichern sollte und trotzdem jeden Spieler in seinen individuellen Fähigkeiten fördern und fordern sollte.

Gestartet wurde mit einem kurzen Einlaufen, dann stand ein gemeinsames Aufwärmspiel auf dem Programm. Kontaktfreudig, wie Handballer beim Spielen eben sind, kam es da durchaus zu ein paar kleineren Zusammenstößen. Schnell lernten die „großen“ Jungs aber, dass die Mädchen nicht vor einem Zusammenprall zurückschrecken, sondern hart im Nehmen sind, während man aber auf die „kleinen“ Jungs, ab und zu ein wenig Rücksicht nehmen muss.

Nächster Programmpunkt war das Kraft- und Koordinationstraining. Hier spielen Alter und Größe ohnehin keine Rolle. Jeder arbeitet für sich konzentriert an seinen Schwachstellen, kann Kraft und Einsatz individuell steuern. Beim Passen im Anschluss konnten auch wieder alle Spieler gemeinsam arbeiten. Lediglich auf die jeweilige Ballgröße musste Rücksicht genommen werden.

Jedes Training stand unter einem eigenen Motto. Der Trainer der männlichen C-Jugend, Rudi Braun, wollte zwei Einheiten mit Fokus auf die Abwehr. „Da haben nicht nur meine Jungs ordentlichen Nachholbedarf, Abwehrtraining schadet eigentlich keiner unserer Mannschaften“, so der Übungsleiter. In Kleingruppen, die oft nach Leistungsstand, bzw Größenverhältnissen aufgeteilt wurden, ging es um Stellungsspiel und Zusammenarbeit in der Abwehr. Oder auch mal ums „Zupacken“.

Das Highlight jeder Trainingseinheit war für die Trainerin der weiblichen B-Jugend, Sonja Schimkat,  aber das Abschlussspiel. „Bunt zusammengewürfelt traten zwei Mannschaften gegeneinander an, es wurde um jeden Ball gekämpft und trotzdem auch ein wenig Rücksicht genommen, so dass alle zum Zug und auch zum Torerfolg kamen“, freute sie sich.

Die letzte Einheit wurde mit einem gemeinsamen Grillfest beendet. Jetzt gehen alle Mannschaften in die wohlverdiente Sommerpause, bevor dann Ende September die neue Saison endlich beginnen kann.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.